Mit vollen Segeln in Richtung Süden.
- JoyFull

- 8. Sept. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Apr.
Ganz spontan begleitet uns eine Freundin auf unserer Reise nach Sizilien. Es liegen 400 Seemeilen vor uns. Wir freuen uns sehr, wenn auch nur für kurze Zeit, mit Begleitung segeln zu können. Elias ist ebenfalls ganz dieser Meinung und versteht sich wunderbar mit unserem Gast, welchen wir erst kürzlich, in Sardinien kennen gelernt haben.
Ponza und Ventotene
Von Nettuno geht es auf die Pontinischen-Inseln, welche wir mit einem Räumlichen Kurs in Rekordzeit erreichen. Wir segelten bei einer frischen Briese und gerefftem Grossegel mit einer Geschwindigkeit bis zu 8 Knoten!
In einer grossen und ruhigen Ankerbucht, fanden wir zwischen vielen anderen Booten, einen geeigneten Platz für die Nacht.
Weiter ging es nach Ventotene, eine kleine Fischerinsel Südöstlich von Ponza. Der alte Hafen soll spektakulär sein, so entschieden auch wir uns dazu, hinein zu fahren.
Der Hafen ist wirklich sehr besonders, vorallem besonders teuer. Eine Nacht kostete uns 150 Euro.
Die Hafeneinfahrt ist ungefähr zehn Meter breit und nicht sehr tief. Direkt nach der Einfahrt muss der Kurs unmittelbar um 90 Grad angepasst werden, um dann Bug voran, an einer alten Steinmole belegen zu können. Bei unserer Ankunft war der Hafen schon gut besetzt.
Am Abend staunten wir dann nicht schlecht, als mindestens 20 Boote in den engen Hafen einfuhren. Viele der Boote mussten im Hafenbecken Ankern oder wurden an bereits vertäuten Booten festgemacht. Man hätte ohne weiteres von Boot zu Boot durch den ganzen Hafen laufen können. So etwas haben wir noch nie erlebt.
Beim schwierigen Ablege-Manöver am Morgen, mussten dann zuerst einige Boote umplatziert werden, damit wir ausfahren konnten. Unglücklicherweise blieb auch noch eine der unzähligen Mooringleinen in unserem Ruder hängen. Nach erfolgreichem Befreien ging es dann auf direktem Wege nach Ischia. Der Hafen war sicherlich eine Besonderheit, aber keine 150 Euro wert.
Ischia und Capri
Bevor wir unseren Anker nach einer langen Motorstrecke auf der Insel von Ischia fallen liessen, fanden wir heraus, dass das Ankern stark reglementiert und für Ausländer während der Nacht gänzlich verboten ist.
Dank auffrischenden Winden, segelten wir von Ischia direkt nach Capri, um dort über Nacht zu ankern.
Was für ein Panorama! Steile Felsküsten und viele Höhlen zeichnen die Südseite der Insel.
Bei unserer Ankunft am Abend war die Ankerbucht sehr voll. Aufgrund von vielen Badeleinen (trennen den Badebereich, hauptsächlich in der Saison, für Schwimmer ab) ankerten wir auf 25 Meter Wassertiefe. Eine neue Erfahrung für uns, denn diese Tiefe ist herausfordernd.
So lagen wir bei Einbruch der Nacht fast alleine zwischen den grossen Superyachten, denn die meisten Tagesgäste schlafen im Hafen.
Die Liparischen Inseln
Wir entschieden uns, dank Verstärkung, direkt von Capri auf die Liparischen-Inseln zu segeln.
Eine Strecke von 140 Seemeilen lag somit vor uns. Ein wunderschöner Mond und Delfine waren unsere Begleiter auf dem Weg weiter in den Süden. Das Himmelszelt war übersäht von unzähligen Sternen. Einfach atemberaubend!
So erreichten wir unser Ziel nach 32 Stunden in der Abenddämmerung. Trotz leichten Winden, gelang es uns bis auf die letzte Stunde, alles unter Segeln zu laufen.
Da es uns am Ankerplatz sehr gut gefiel, blieben wir zwei Tage auf der Insel von Salina. Schwimmen, Essen und Erholung.
Üblich für die Jahreszeit gibt es viele Gewitter und wir entschieden uns am Festland einen Schutzhafen anzusteuern. Auf unserem Weg, machten wir fürt einen Badestopp, halt auf der Insel Volcano. Danach ging es leider wieder unter Motor weiter nach Portorosa, im Norden Siziliens.
Portorosa
Die Vorhersagen trafen ein und wir waren froh, im Schutzhafen von Portorosa zu sein. Zudem nutzten wir die Zeit für alltägliches. So konnten wir vollgetankt, gestärkt und mit frischer Wäsche weiter nach Scilla.
Scilla und die Strasse von Messina
Scilla liegt am italienischen Festland, direkt oberhalb der Strasse von Messina in Kalabrien.
Da der Ankergrund vor der alten Stadt sehr felsig war, schnappten wir uns eine Gastboje.
Wir besuchten die Altstadt und verbrachten einen angenehmen Abend in einer Kneipe. Für den Transport vom und zum Boot, war durch ein Wassertaxi gesorgt. Um Scilla zu erreichen, mussten wir die Strasse von Messina bereits am Abend einmal kreuzen. So lag nun selbiges am Morgen wieder vor uns. In der Strasse von Messina ist auf Strömung und Wind zu achten, eine gute Planung ist für eine sichere Durchfahrt Vorraussetzung. Wir konnten Strom und Winde nutzen und rauschten Teilweise mit über 8 Knoten durch die Strasse. Glücklicherweise herrschte bei unserer Durchfahrt nicht viel Verkehr. Am Nachmittag frischte der Wind dann wie vorhergesagt auf und kam mit über 20 Knoten achterlich.
Nach einem eindrucksvollen Tag, fiel unser Anker in der Bucht von Taormina.
Taormina
Auf Empfehlung eines Werftarbeiters aus Riva di Traiano, besuchten wir seine Heimatstadt Taormina. Leider war es nicht möglich mit dem Beiboot an einer geeigneten Stelle festzumachen, so entschieden wir kurzerhand, das Dinghi nach Abladen der Crew wieder zum Schiff zu bringen und an Land zu schwimmen. Taormina ist wirklich ein Besuch wert, auch wenn der Aufstieg von der Bucht, bei diesen Temperaturen sehr anstregend war. Wir verbrachten den ganzen Tag in der Stadt.
Catania
Bereits vor vier Jahren, durften wir hier einmal mit Freunden anlegen. Die Stadt hat sich nicht verändert und wir werden diesen Ort nicht lieben lernen. Eine Grossstadt im Süden.
Unsere Begleitung verliess uns nach 12 Tagen wieder und wir nutzen nun die Zeit, um einiges am Schiff zu erledigen. Zudem ist der Hafen für italienische Verhältnisse sehr günstig.
Lustigerweise trafen wir hier im Hafen mehrere schweizer Boote und konnten endlich wieder einmal Jassen.
Autor: Silvan und Manuela












































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