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Die Besichtigung, der Anfang unseres Abenteuers

  • Autorenbild: JoyFull
    JoyFull
  • 7. Jan. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Feb. 2023

Die Hauptkriterien an unser zukünftiges Zuhause waren Sicherheit und genügend Platz für uns beide. Es kamen schlussendlich Hersteller wie: Najad, Moody, Feltz, Hallberg-Rassy und Jeanneau in Frage. Durch den Entscheid, nur Schiffe aus GFK zu berücksichtigen, um Reparaturen jederzeit selbst auszuführen, konnten die Suchkriterien erneut eingeschränkt werden.

Nach intensiver Einmonatiger Recherche im Internet, war uns klar, ein passendes Schiff zu finden ist nicht so leicht. Da der Markt in der Schweiz sehr begrenzt an Blauwasserjachten war und noch immer ist, spielten wir auch mit dem Gedanken, eventuell ein bereits am Meer liegendes Schiff zu kaufen. Unsere Vorstellungen lagen darin, ein ausgerüstetes Schiff ,,Segelfertig'' zu erwerben und lediglich die Persönliche Ausrüstung, sowie einige Anpassungen vorzunehmen, oder ein günstiges Schiff nach unseren Wünschen umzubauen und auszurüsten. Zu diesem Zeitpunkt wollten wir unsere zukünftige Blauwasserjacht erst ein Jahr vor der Reise anschaffen. Weshalb wir neben einem bereits vorhandenen Finanzplan, eine ehrliche Pro und Kontra Auflistung erstellten. Gerne teilen wir diese mit euch.



Schiff in der Schweiz kaufen:

+ Besichtigung ohne weite Anreise

+ Arbeiten in der Vorbereitungszeit

+ Schiff jederzeit zugänglich

+ einfache Teilebeschaffung

+ gewohntes Arbeitsumfeld

+ weniger Zeitdruck

- Anpassung für Hochsee

- hohe Allgemeinkosten

- Transport ans Meer


Schiff am Meer kaufen:

+ Schiff mehrheitlich ausgerüstet

+ kein kostspieliger Transport

+ früher unterwegs

+ grösseres Angebot

+ niedrigere Preise

- weite Anreise zur Besichtigung / Arbeiten

- Schiffe durch Salzwasser beansprucht


Damals hatten wir noch nicht das nötige Ersparnis, um ein bereits ausgerüstetes Schiff unserer Vorstellungen zu erwerben. Weshalb wir unser Augenmerk zu diesem Zeitpunkt, mehrheitlich auf die Theorieprüfung des Hochseeausweises legten. Dennoch hörte das Stöbern nach dem einen Schiff nicht auf. Eine bestimmte Jacht tauchte immer wieder in den Suchergebnissen auf, es war eine Hallberg Rassy 352, ganz in der Nähe. Das Schiff lag nur leider über unserem Budget. ,,Schauen kostet ja nix.'' Sagten wir uns und vereinbarten einen Besichtigungstermin für den 24. April 2020.


Der Werftbesitzer war uns auf Anhieb sympathisch. Die Begrüssung begann er mit der Frage:

,,Wollt ihr mit dem Schiff auf den Bodensee?'' Woraufhin wir verneinten. ,,Gut, denn der Motor hat keine Bodenseezulassung.'' Sagte der Werftbesitzer. Daraufhin führte er uns zum Schiff.

Das Schiff stand zugedeckt auf einem Winterlagerbock, lediglich das frisch mit Gelshield erneuerte Unterwasserschiff konnte man sehen. Im Inneren war es ziemlich dunkel, da die Plache bis weit über die Bordwand ging, und ausser dem Schein von Taschenlampen, kein Licht im Schiff vorhanden war. Trotz ihren 40 Jahren, machte die Jacht einen guten Eindruck auf uns. Nachdem wir Alles ein wenig angeschaut hatten, fuhren wir wieder nach Hause. Auch Zuhause liess uns das Schiff keine Ruhe, leider lag es deutlich über unserem damaligen Budget. Dennoch wurde auf unseren Wunsch hin, ein zweiter Besichtigungstermin, mit abgedecktem Schiff vereinbart. Der Werftbesitzer schloss sogar die Batterien an, sodass auch die Bordelektrik funktionierte. Einige Lampen waren stromlos, was bereits bei der ersten Besichtigung erwähnt wurde und jetzt sichtbar war. Ohne Zeitdruck und alleine konnten wir das Schiff nun von Vorne bis Hinten begutachten. Die Schläuche, der Ofen, die gelben Polster, eine im Ankerkasten verbaute Ankerwinde, der Motor und die Toilette schienen damals die grössten Posten zu sein, welche erneuert oder überholt werden sollten. An der Struktur des Schiffes konnten wir keine Mängel feststellen. Auffallend schön war das Teakdeck, es wurde vom Voreigner durch eine Fachwerft erneuert.

Unsere Begutachtung war abgeschlossen. Wir waren uns einig, das Schiff wäre für unsere Zwecke perfekt geeignet. So gingen wir zurück ins Büro des Werftbesitzers, wissend, die Hallberg Rassy ist noch immer finanziell unerreichbar für uns. Natürlich wollte der Verkäufer hören, ob uns sein Angebot zusagt. Ehrlich sagten wir ihm, dass das Schiff momentan über unserem Budget liegt und wir es uns nicht leisten könnten.

Ihm gefiel unser Vorhaben sehr und er fragte uns daraufhin, nach unserem Budget, denn daran sollte es nicht scheitern. Wir nannten ihm unseren Preis und er war einverstanden damit. Nach einer kurzen Unterhaltung an der frischen Luft, fassten wir den Beschluss, das Schiff zu kaufen. Erneut kam uns der Werftbesitzer entgegen und ermöglichte uns, den Kauf in Teilzahlung, woraufhin der Kaufvertrag unterschrieben wurde. Damit war es offiziell, bald besässen wir eine Hallberg Rassy 352.


Mit dem Kauf war der Startschuss unseres Abenteuers gegeben. Die darauffolgenden Monate, verbrachten wir damit, die uns möglichen Besitztümer zu verkaufen. Die Überführung nach Romanshorn erfolgte im Oktober 2020, um das Schiff dort, die nächsten Jahre auszurüsten und umzubauen. Voller Elan legten wir los.

Erfahrt im nächsten Blogeintrag mehr über den Start unseres Refit!


In diesem Sinne,

Mast und Schotbruch.


Bildergalerie zum Text:


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Danke fürs Lesen

Bis bald

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